Bildende Kunst

What is it that makes today’s school so different, so appealing?

 

In leichter Abwandlung und Anlehnung an die Ikone der Popartcollage aus dem Jahr 1956 von Richard Hamilton stellt sich diese Frage für den Fachbereich Kunst.

 

Jedes Fach ist besonders und im Fächerkanon besonders wichtig, jeder Fachbereich wird dies gut begründet behaupten.

 

 

Die Bedeutung der Kunst im Schulzusammenhang ist aber besonders besonders.

 

1. Kunst kann den Unterschied machen.

 

2. Kunst kann in besonderer Weise anziehend wirken.

 

1. Der Unterschied zu den anderen Fächern besteht zunächst in der Bildbezogenheit. Der Erwerb von Bildkompetenz steht im Vordergrund, wie ihn kein anderes Fach bieten kann.

 

Kommunikation mit und Gestaltung von Bildern ist heute (today) wichtiger als je. Die Vereinfachung im Umgang mit digitalisierten Bildmedien hat unsere Wahrnehmung der Welt stark verändert. Bilder manipulieren unsere Weltsicht, gleichzeitig sorgt die Bilderflut für eine Abstumpfung der sinnlichen Empfindungen. Wir werden zu unbewussten Konsumenten einer zielgerichteten Beeinflussung durch Bilder.

 

Bewusste Produktion, aber auch die analytische Betrachtung von Bildern erlaubt es den Schülerinnen und Schülern, vertiefende Einblicke in die Wirkungsweise von Bildern zu gewinnen.

 

In der dauerhaften und geduldigen Erarbeitung von Bildergebnissen erleben die Schülerinnen und Schüler anhand von Problemen und Widerständen im Prozess die Funktionsweise von Bildern.

 

Sie können kritisch, oder auch bewundernd Bilder erfassen, sie einordnen und bewerten. Sie werden bildkompetent.

 

Der zweite wichtige Unterschied des Faches Kunst liegt in seinem modellhaften, ganzheitlichen Charakter.

 

Kunst als Modell der Welt ist ein Spielwiese der Möglichkeiten.

 

In diesem Schutzraum lassen sich große Fragen erörtern, Lebensfragen stellen ohne gleich selbst existentiell zu sein. Dabei ist der ganze Schüler gefordert. Wissen, Gefühle, Erfahrungen etc. sind die Grundlagen unserer Handlungsfähigkeit. Im Fach Kunst wird diese explizit und exemplarisch gefordert und gefördert.

 

Einfach ausgedrückt, im Fach Kunst kann die Schülerin, der Schüler Mensch sein und muss dies auch.

 

Persönliche Entwicklung ist wie in kaum einem anderen Fach ein Zentralanliegen.

 

2. Die Anziehungskraft der Kunst liegt zu einem großen Teil in ihrem Umgang mit Schönheit.

 

Schönes schaffen zu können und Schönes genießen zu können bereichert unser Leben.

Schönheit und Vollkommenheit ist zwar ein unerreichbares Ziel. Der Weg dahin kann aber eine Leitlinie sein.

 

Die andere Seite unserer ästhetischen Ausbildung liegt im Bereich des Widerspruch, der Brechung und Ironie mit der wir unsere Weltsicht erweitern und neu erleben.

 

Den kritischen Geist in den Schülerinnen und Schülern zu wecken, ist Teil der Erziehung durch die Kunst.

 

Der Fachbereich Kunst und Fachleitung Günter Evertz