Jugend debattiert

Debattieren und Rhetorikausbildung haben einen festen Platz im Deutschunterricht

 

„Der Streit ist der Vater aller Dinge” – dieses Zitat des griechischen Philosophen Heraklit birgt Wahrheit und Aktualität, wenn es in unserer Gesellschaft mehr denn je darum geht, sich einzubringen, mitzugestalten und Problemen mit Worten anstatt mit Fäusten zu begegnen.

 

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Die Entwicklung einer konstruktiven Streitkultur ist das Ziel des Projekts „Jugend debattiert”, getragen von der gemeinnützigen Hertie-Stiftung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. In verschiedenen Runden debattieren jeweils vier Schüler der Sekundarstufe I und II zu gesellschaftlich aktuellen Themen: zwei davon auf der Pro- und zwei auf der Contra-Seite zu brisanten Alternativfragen in 24-minütigen Rededuellen, zeitlich unterteilt in Eröffnungsrunde, freie Aussprache und Abschlussstatement.

 

Im Deutschunterricht ab Klasse 8 gehört das Format des Debattierens zum schulinternen Curriculum und zu den Fachabsprachen im Fachbereich. Es beginnt spätestens zu diesem Zeitpunkt die Sichtung von Schülerinnen und Schülern für die Arbeitsgemeinschaft. Ab Klasse 9 debattieren die Schüler dann in der Altersguppe 1, an Klasse in der Altersgruppe 2, also Sekundarstufe II, wofür sie u.a. durch Wochenendseminare vorbereitet werden. Seit 2010 finden Schulwettbewerbe an der Freiherr-vom-Stein-Oberschule statt.

 

Die besten vier Schüler beider Altersgruppen treten im Januar jeden Jahres dann im Regionalwettbewerb an. Im Schuljahr 2010/2011 fand der Regionalwettbewerb zum ersten Mal an unserer Schule statt und wurde mit großem Engagement unterstützt von der Schulleitung und der Schulmilch von Frau Hofstetter und Deutsch-Leistungskursschülern organisiert. Unsere Schule debattiert im Regionalverbund IV mit dem Gymnasien und Privatschulen aus allen Teilen Berlins. Bei diesem Wettbewerb lernt man also nebenbei andere Gymnasiasten aus ganz Berlin kennen und legt mit den Plätzen eins und zwei auch fest, wer den Einzug in das Berlinfinale von „Jugend debattiert” schafft.

 

Bisher qualifizierten sich dabei schon einige Schülerinnen und Schüler unserer Schule in diesen regionalen Ausscheiden und zogen ins Berlinfinale ein, darunter beispielsweise die spätere Landessiegerin Lara Kobilke oder und Julian Hille, die mittlerweile bereits ihr Abitur erfolgreiche bestanden haben. Auch Preise sind dabei zu gewinnen, etwa die kostenlose Teilnahme an einem Rhetorikseminar am Beetzsee in Brandenburg. Die Wettbewerbe werden deutschlandweit und auch international ausgetragen an Schulen, an denen Rhetorikausbildung zum Schulprofil gehört.

 

Seit dem Schuljahr 2011/12 ist diese Profilierung im Deutschbereich durch die Einrichtung eines Seminarkurses fester Bestandteil des Oberstufenunterrichts geworden. Der Kurs lautet Rhetorik und führt auch in die klassische Redekunst und Redegeschichte ein. Daneben werden jährlich Schüler als zertifizierte Juroren ausgebildet, die schulische und regionale Wettbewerbe aktiv mitgestalten können, und so nebenbei und kostenlos eine Qualifikation erwerben, die im späteren Berufsleben stets gebraucht wird.

 

Die Lehrerinnen und Lehrer des Fachbereichs Deutsch tragen das Projekt durch fachspezifische und schulinterne Fortbildungen neben der kontinuierlichen Unterrichtsarbeit.

 

Ansprechpartnerinnen

  • Frau Beutler als Leiterin der Arbeitsgemeinschaft
  • Frau Hofstetter als Regionalkoordinatorin des Berlin-Wettbewerbes „Jugend debattiert”
  • Frau Lilje als Fachbereichsleiterin Deutsch